Donnerstag, 26. August 2010

Super-Rückruf

Ein ganz besonderer Rückruf für ganz besondere Situationen ist der Super-Rückruf. Dieser wird speziell konditioniert, d.h. extra positiv besetzt und ist damit auch wesentlich stärker, als unser regulärer Ruf.

Das Signal
Am Besten nutzt man hier für das Rückruf Signal eine Hundepfeife oder ein Zauberwort. Bei der Hundepfeife hat man die Wahl zwischen einer normalen Hundepfeife mit Einzielpfiff oder Triller, und einer Hochfrequenzpfeife, die man möglichst auf eine Tonlage eintellt, die man als Mensch auch hört (sonst merkt man nicht, wenn die Pfeife kaputt ist). Und es bietet sich an eine spezielle Tonfolge zu pfeifen (kurz - lang - lang), damit der Hund den eigenen Pfiff von dem gerne genutzten Einzelpfiff anderer Hundebesitzer gut unterscheiden kann. Bei einem Zauberwort entscheidet man sich für ein Signal, dass man im Alltag nicht verwendet, z.B. "Vieni" (Italienisch), "Ven aqui" (Spanisch) für Kommen aus anderen Sprachen - oder aber einfach ein anderes neues Wort wie "Cookie", "Avanti", ... Wichtig ist nur, dass einem das Signal wirklich nich im Alltag einfach mal über die Lippen rutscht, sondern wirklich nur gezielt eingesetzt werden wird.


Für das Training
Das Training findet zuerst zuhause statt. Was wir benötigen ist das Rückruf Signal, also Zauberwort oder Pfeife, und eine Zauberbelohnung.
Die Zauberbelohnung ist das, was für den Hund am Allerfantastischsten ist – ein Super-Leckerli und anschließend noch ein kurzes, lustiges Spiel mit dem Hund, ein Käsehappen/Wienerle/Dosenfutter und eine kurze, aber richtig herzliche Schmuseeinheit, … je nach Hund finden sich sicher ein, zwei Belohnungen, für die der Hund ALLES gibt.

Das Training beginnt
Nun beginnt die Konditionierung. In der Wohnung stellt man sich vor den Hund, gibt das neue Super-Signal (z.B. pfeift) und gibt dem Hund anschließend sofort eine fantastische Belohnung verbunden mit einem anschlienden lustigen Spiel.
Dies wiederholt man einige Zeit später wieder: vor den Hund stellen – Signal – Superleckerli/Spiel/Spaß. Die Konditionierung sollte man so oft wie möglich, aber nicht in regelmäßigen Abständen und nicht in vom Hund vorhersehbaren Situationen machen: Am Besten 4 - 8 Mal am Tag zu möglichst unterschiedlichen Zeiten und in den verschiedensten Situationen. Schon nach wenigen Malen wird man bemerken, dass der Hund nach dem Zaubersignal schon freudig seine Belohnungen erwartet. Dann kann man – immer noch in der Wohnung – die Abstände vergrößern, so dass der Hund bald auf das Zaubersignal hin von überall hergeflitzt kommt, um sich seine Zauberbelohnung abzuholen.

Mindestens eine Woche, besser aber zwei Wochen sollte man die Konditionierung nur zuhause vornehmen (je nachdem, wie oft man üben konnte) – lieber ein wenig länger, als zu früh den nächsten Schritt wagen! Klappt das Signal zuhause absolut perfekt, ist es an der Zeit es mit nach draußen zu nehmen. Hier wird es erst weiter konditioniert, d.h. noch nicht im „Ernstfall“ eingesetzt. Anfangs das Zaubersignal wieder nahe beim Hund und in möglichst ablenkungsfreier Umgebung wie zuhause trainieren: Supersingal/Superleckerli/Spiel/Spaß. Erst nach vielen Wiederholungen langsam die Distanz steigern. Klappt das Signal auch auf große Distanzen, kann man jetzt an der Ablenkung arbeiten: wieder nahe am Hund wird das Signal jetzt auch in Situationen mit leichter Ablenkung konditioniert, bis man langsam weiter die Ablenkung steigert, später dann zusätzlich auch wieder die Distanz vergrößern kann. In der Konditionierungsphase kann man das Signal draußen je Spaziergang gerne 3 - 6 Mal üben, damit es sich richtig festigt!

Nach der Grund-Konditionierung
Nach 4 – 6 Wochen (je nach Trainingsintensität) sitzt das Signal perfekt und kann auch im Ernstfall eingesetzt werden. Muss man das Signal einmal verwenden und hat seine Superbelohnung nicht parat, macht man aus der Situation einfach das Beste und belohnt den Hund so gut es eben geht – und konditioniert dann das Supersignal einfach später noch einige Male wieder nach, wenn man wieder mit Zauberbelohnung bewaffnet ist. Prinzipiell sollte man das Signal alle paar Spaziergänge mal verwenden, wenn man es eine zeitlang nicht einsetzten musste, um die Konditionierung aufrecht zu halten. Sollte sich das Signal doch einmal abschwächen, muss man es wieder Nachkonditionieren, indem man es einige Zeit wieder ganz gezielt wie in der Supersignal-Lernphase konditioniert.

Wichtig:
Das Supersignal soll den normalen Rückruf nicht ersetzten – sondern für besondere (Not-)Situationen ergänzen. Denn muss man ihn zu häufig einsetzten, verliert er seine Zauberwirkung irgendwann doch ein wenig… Die Konditionierung auf das Zaubersignal sollte jeder üben, der mit dem Hund spazieren geht, damit der Hund das Signal verallgemeinert! Und variiert man die Superbelohnung, kann man für den Hund das Zaubersignal noch viel attraktiver machen.

An die Leckerli, fertig, los!

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